Chur Unihockey schlittert mit einem 1:9 in die Sommerpause

Mit einem 1:9 gegen GC im vierten Spiel des Play-off-Viertelfinals ist gestern die Saison von Chur Unihockey zu Ende gegangen. Weil nach der frühen Vorentscheidung viel Frust mitschwang, fiel das Resultat zum dritten Mal vernichtend aus. Von Jonas Schneeberger (Diwe Suedostschweiz)

Thomas Bergers Fluch war bis in die hinterste Ecke der Turnhalle zu hören. Der Ausbruch erfolgte nicht etwa beim ertönen des Schlusspfiffes, als die Niederlage und damit das Saisonende Tatsache waren. Es lief zu diesem Zeitpunkt erst die 14. Minute. 0:1 stand es aus Churer Sicht, und noch war jeder Ausgang möglich. Aber offensichtlich schwante der Churer Trainer bereits Schlimmes. Dies nicht unbegründet, denn die Gastgeber mussten froh sein, dass sie da nicht schon höher zurücklagen. Zweimal hatte die Latte weitere Gegentreffer verhindert. Bergers Fluch (der hier nicht im Wortlaut zitiert sei), hätte ein Weckruf sein können. Hätte. Noch vor der ersten Drittelspause kassierte sein Team das 0:2. Der tschechische Filigrantechniker und Ex-Churer Vojtech Skalik war es, der den Gastgebern den zweiten Nadelstich verpasste. Endgültig auf die Verliererstrasse gerieten die Churer in der 27. Minute. Zuerst erzielte Skalik seinen zweiten von drei persönlichen Treffern an diesem Abend und insgesamt acht in der Serie gegen Chur, und nur neun Sekunden danach erhöhte Markus Sutter auf 4:0 für die Zürcher. «Die beiden Treffer bedeuteten einen Knick», kommentierte Stürmer Sandro Cavelti, nach dem Spiel, als das vernichtende 1:9 feststand.

Hirschis Frustaktion In der Folge setzten ihre durchaus vorhandene Energie vermehrt auf die falsche Art ein. «Ab dem 0:5 war das Feuer definitiv erloschen», so Cavelti. Allen voran war es Joel Hirschi, der sein Temperament erneut nicht unter Kontrolle hatte und sich zu einer Unsportlichkeit hinreissen liess. Bereits im ersten Play-off-Spiel hatte sich der Heissblüter eine Entgleisung geleistet. Damals war siene 5-Minuten-Strafe noch der Hauptgrund für die Niederlage. Diesmal war es ein Ausdruck der Resignation. Die Partie war in der 33. Minute praktisch entschieden, 0:5 stand es aus Churer Sicht, und der Frust sass tief. So tief, dass sich Hirschi genötigt sah, einem Gegenspieler bei einem Unterbruch zu seinen Gunsten den Stock aus den Fingern zu schlagen. Die Folge war eine 2- plus 10-Minuten-Strafe.

Ein Ehrentreffer und ein «Shutout» Während Hirschi seine Strafe absass, herrschte auf der Churer Spielerbank Stille. Es war die gleiche Art von Resignation, die auch im dritten Spiel Einzug gehalten hatte, als die Churer die Felle davonschwimmen gesehen hatten. Diesmal gipfelte sie in einem 1:9 und einem unwürdigen Ende einer lange Zeit verheissungsvollen Saison. Daran änderten auch Sandro Caveltis Ehrentreffer in Unterzahl (53.) und der persönliche Shutout von Ersatztorhüter Davide Bacciarini, der in der 46. Minute für den entnervten Patrick Kellenberger einsprang, nichts.

Chur – Grasshoppers 1:9 (0:2, 0:4, 1:3) GBC. – 513 Zuschauer. – SR De Lucia/Di Cristo.

Tore: 09. Meier (Sutter) 0:1. 18. Skalik (Lukas Wittwer) 0:2. 27. (26:46) Skalik (Wolfer) 0:3. 27. (26:55) Sutter (Ladner) 0:4. 30. Meier (Helfenstein; Ausschluss Cavelti) 0:5. 40. (39:39) Hartmann (Zürcher) 0:6. 41. Zürcher (Helfenstein) 0:7. 43. Skalik (Wolfer) 0:8. 46. Zürcher 0:9. 53. Cavelti (Hirschi; Ausschluss Koskelainen!) 1:9.

Strafen: 3-mal 2 Minuten plus 1-mal 10 Minuten (Hirschi) gegen Chur, 1-mal 2 Minuten gegen Grasshoppers.

Chur Unihockey: Kellenberger (46. Bacciarini); Kamaj, Bürer; Schneider, Darms; Bischofberger, Adank; Colagrande; Koskelainen, Salonen, Binggeli; Riedi, Hirschi, Cavelti; Studer, Putzi, Camenisch; Fauser; Torri.

Grasshoppers: Jonas Wittwer; Jakubek, Helfenstein; Hostettler, Ladner; Zehr; Brus; Hartmann, Zürcher, Scalvinoni; Meier, Sutter, Grüter; Wolfer, Kozusnik, Skalik; Lukas Wittwer; Merki.

Bemerkungen: Chur ohne Rutzer (beruflich), Thierstein (krank). Grasshoppers ohne Maffioletti (verletzt). 3. Lattenschuss Meier. 6. Lattenschuss Skalik.